Dieser Text wurde uns freundlicherweise von Peta zur Verfügung gestellt


Haustiere: Freunde oder Gefangene?

In einer perfekten Welt würden Tiere ganz frei ihr eigenes Leben in vollem Umfange ausleben: ihre Jungen aufziehen, ihre natürliche Umgebung genießen und ihren angeborenen Instinkten folgen. Domestizierte Hunde und Katzen können in unseren Beton-Dschungels jedoch nicht "frei" überleben, daher müssen wir uns so gut wie möglich um sie kümmern. Menschen, die die Zeit, das Geld, die Liebe und die Geduld aufbringen, um die lebenslange Verpflichtung für ein Tier zu übernehmen, können wirklich helfen, indem sie ein solches Tier aus dem Tierheim aufnehmen oder einem streunenden Tier von der Straße ein gutes Zuhause geben. Aber andererseits ist es auch wichtig, die Produktion von "Haustieren" zu stoppen, durch die immer wieder solche Tiere erzeugt werden, die zum Überleben auf den Menschen angewiesen sind.
Die traurige Wahrheit ist nämlich, dass nicht jeder Tiere liebt. Fragen Sie mal einen vom Tierheim, wie viele Tiere ständig verletzt, blutend und völlig ausgemergelt aufgefunden werden, wie viele Welpen und kleine Kätzchen ausgesetzt an Autobahnen in Kartons gefunden werden oder aus verschlossenen Plastikmüllsäcken gerettet wurden, die man in Seen oder Flüssen fand, wie viele Tiere ausgesetzt wurden, weil sie "zu viel bellten" oder zu alt wurden oder die Familie umzog.
Selbst Menschen, denen etwas an Tieren liegt, sind oft nicht imstande, die vielen Bedürfnisse eines Tieres zu erkennen oder zu erfüllen. Domestizierte Tiere sind in einer sehr zwiespältigen Lage: sie können nicht mehr auf sich alleine gestellt überleben, haben jedoch noch viele ihrer Grundinstinkte und -antriebe behalten. Sie werden gewöhnlich von ihren natürlichen Herden oder Rudeln getrennt, ihre Körper und Seelen sehnen sich danach umherzustreifen, aber aus Sicherheitsgründen werden sie im Haus oder Garten gehalten, sind immer abhängig von ihren Haltern, selbst für einen Schluck Wasser oder einen Happen zu essen oder für etwas sozialen Kontakt.
Solange Menschen Tiere als Spielzeug, Besitztum oder Ware ansehen anstatt als lebende Individuen mit Gefühlen, Familien und Freundschaften, werden die vielen Fälle von Vernachlässigung und Missbrauch nicht aufhören.

Das traurige Erbe der Zucht


Etwa 2.500 Katzen und Hunde werden stündlich alleine in den USA geboren - 70.000 jeden Tag. Ein unkastrierter Hund kann zu einer Nachkommenschaft von 28.244 Hunden in neun Jahren kommen. Eine unkastrierte Katze im gleichen Zeitraum sogar zu 14 Millionen !
Da die Zahl der Tiere die der Nachfrage erheblich übersteigt, müssen Millionen von heimatlosen Hunden und Katzen hungern und frieren oder leiden, weil man sie aussetzt, quält, auf den Straßen überfährt, in Versuchslabors schafft oder weil sie krank sind.
Mehr als 70 Prozent der Leute, die sich ein Tier anschaffen, geben sie später wieder weg, setzen sie aus oder bringen sie in ein Tierheim (1); Tierheime in den USA nehmen jährlich etwa 27 Millionen Tiere auf. Mehr als die Hälfte von ihnen - etwa 17 Millionen - müssen eingeschläfert werden, weil sie nicht vermittelt werden können. (2) Die meisten von ihnen sind jünger als 18 Monate, und 90 Prozent von ihnen sind bei guter Gesundheit und könnten vermittelt werden.
In Anbetracht dieser traurigen Statistik muss man Zucht als unverantwortlich bezeichnen. Diejenigen, die Tiere aus Profitgründen züchten und Einzelpersonen, die ihre eigenen Tiere "nur einmal" Nachwuchs bekommen lassen, mögen dies ja ohne böse Absicht tun, aber sie tragen dennoch zu einer massiven Überzahl an Hunden und Katzen bei. Jeder neugeborene Welpe und jedes kleine Kätzchen bedeuten einen Platz weniger für einen Hund oder eine Katze, die im Tierheim verzweifelt auf Vermittlung warten oder draußen herumstreunen.

Rassespezifische Probleme


Die Zucht von reinrassigen Tieren, um bestimmte Merkmale hervorzuheben, hat zu einer großen Zahl an gesundheitlichen Störungen bei den Tieren geführt. So leiden beispielsweise "flachgesichtige" Hunde wie Bulldoggen oder Boston-Terrier an Atemproblemen, weil sie verkürzte Atemwege besitzen. Bluthunde und Shar Peis sind prädestiniert für Hautinfektionen wegen ihrer übertrieben runzligen Haut (3). Andere Hunde leiden an epileptischen Anfällen, Hüftdysplasie, schmerzhaften Rückenproblemen u.s.w., weil der Mensch an ihnen manipulierte. (4)
Und während Züchter Millionen von Hunden und Katzen Jahr für Jahr nach "Kundenwunsch" produzieren, siechen Millionen von genauso bedürftigen Tieren in Tierheimen dahin. Etwa 25 Prozent der Tiere, die in Tierheimen eingeschläfert werden, sind reinrassig. (5)
Bestimmte Hunderassen, die ursprünglich für Kämpfe gezüchtet wurden, wie z.B. der "Pitbull", können noch weitere Probleme aufweisen. Pitbull-Terrier wurden einst gezüchtet, um gegen angekettete Bullen und Bären zu kämpfen. Heute aber werden sie von Drogendealern zum Schutze ihrer Lieferungen und ihres Geldes benutzt, und bei Hundekämpfen sterben sie oft einen gewaltsamen Tod.
Für überaggressive Hunde gibt es praktisch keine guten Plätze. Eine rassespezifische Gesetzgebung (mit einer Klausel für all die bereits existierenden Hunde) könnte zu einem wichtigen Mittel werden, um die tragische Ausbeutung dieser Rassen zu beenden.

Gehorsamstraining


PETA spricht sich ausdrücklich für ein humanes, interaktives Training aus, denn es gibt den Hunden mehr Freiheit und Verständnis für unsere Welt. Unerzogene Hunde müssen ständig an der Leine bleiben, um nicht unkontrolliert auf die Straße zu laufen, oder bestraft werden, wenn sie sich unsozial verhalten. Hunde sollten aber nur von denen trainiert werden, mit denen sie auch zusammenleben. Gibt man seinen Hund zum Zwecke der Ausbildung in die Hände einer fremden Person, geht man nicht nur das Risiko des Missbrauchs ein, sondern lernt selbst als Hundehalter nicht, wie man korrekt und effektiv mit dem Tier kommunizieren kann.
Geduld, Klarheit und Beständigkeit sind die wichtigsten Faktoren bei der Ausbildung eines Hundes. Das Training sollte keine Aktivitäten enthalten, die das Tier gefährden oder unnötigem Stress aussetzen. Gute Bücher zu diesem Thema sind: "Der neue Weg im Umgang mit Tieren: Die Tellington TTouch Methode", Franckh- Kosmos-Verlag, "Hundetraining 2000" von Dr. Roger Mugford, Kymos Verlag.

Arbeitshunde


Beziehungen, die gezeichnet sind von gegenseitigem Respekt und Nutzen, sind etwas ganz Wunderbares. Jedoch werden Arbeitshunde oft nur als Ersatz für innovative Programme benutzt, die sich auf intelligente Weise mit den menschlichen Bedürfnissen befassen. Manchmal werden sie in Situationen eingesetzt, die für den Menschen als zu gefährlich erachtet werden, und die es daher auch für ein Tier sind. Außerdem kommt es vor, daß sie in Vorbereitung auf oder während der Dienstes grausam behandelt werden. Manche Menschen, die Arbeitshunde besitzen, lieben diese Tiere, andere wiederum tun es nicht, daher gibt es für diese Hunde keine Garantie, daß sie auch in ein Zuhause kommen, in dem sie es gut haben. Manche Programme für Arbeitshunde tragen außerdem zur Überpopulation bei, weil sie die Zucht fördern (mit der bemerkenswerten Ausnahme von Programmen für taube Menschen, die in den USA dafür Hunde aus Tierheimen verwenden).
Werden Arbeitshunde zu alt zum Arbeiten, werden sie unter Umständen von ihren menschlichen Lebenspartnern getrennt und gehen dann entweder bei anderen Familien "in Rente" (wobei sie sich ohne Zweifel stets wundern werden, was sie denn falsch gemacht haben oder wohin ihr bisheriger Lebenspartner gegangen ist) oder sie werden zum Trainingszentrum zurückgebracht oder sogar getötet. Das Beste wäre es, wenn der Dienstleistungsbereich des Menschen für Behinderte optimiert würde anstatt sich auf das Zurechtzüchten und Ausbeuten von Tieren zu verlassen.

Das Elend der Pferde


PETA spricht sich für die Rettung aber gegen die Zucht von Pferden aus. Pferde werden häufig leichtfertig angeschafft, dann aber vernachlässigt oder sogar grausam behandelt. Viele Pferde fühlen sich einsam und langweilen sich oder fühlen sich einsam und sind überarbeitet. So manches Pferd nämlich verbringt einen Großteil seines Lebens gelangweilt und fern von den wachsamen Augen seines Besitzers, wodurch sich eine Vielzahl von Mißbrauchsmöglichkeiten durch das desinteressierte oder nicht ausgebildete Stallpersonal ergibt. Das Züchten von Pferden hat zu denselben Überpopulationen geführt wie bei Hunden und Katzen, und so sind viele Pferde, die beim Schlachter landen, einstmals Haustiere gewesen. Hat man sich ein Pferd erst einmal zugelegt, sollte man es auf keinen Fall wieder abgeben oder verkaufen, denn es ist praktisch unmöglich, sein weiteres Dasein zustützen.

Was Sie tun können

 

  • Kastrieren Sie Ihre Hunde und Katzen
  • Adoptieren Sie Tiere aus einem Tierheim - und vergessen Sie dabei nicht die älteren Tiere.
  • Bringen Sie herrenlose Tiere ins Tierheim.
  • Wenn Sie jemanden kennen, der ein Tier von einem Züchter kaufen möchte, versuchen Sie ihn zu überreden, lieber ein Tier aus einem Tierheim zu nehmen.
  • Gehen Sie täglich mit Ihrem Hund spazieren und spielen Sie oft mit ihm.
  • Wenn möglich, adoptieren Sie zwei Tiere, vor allem dann, wenn Sie täglich länger außer Haus sind.




(1) Whitemore, Hank, "Pet Owners: Do the Right Thing," Parade Magazine, Feb. 19, 1995.
(2) Moulton, Carok, "Animal Shelters: Changing Roles," The Animals' Agenda, May 1988, p. 14- 15.
(3) "Breeder's Integrity a Factor in Health," Washington Times, March 23, 1995.
(4) Shook, Larry, "Bad Doig," New York Times, Aug. 8, 1992.
(5) Associated Press, "Breeding Industry Swells Glut of Dogs," The Morning Call, Aug. 1, 1993.